Die Gartenlaube

Die Gartenlaube, wie wir sie heute kennen, hat ihren Ursprung in den ersten Dekaden des 19. Jahrhunderts – also jener Epoche, die “Frühromantik” in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Um zu verstehen, warum die nur bedingt nutzbaren Gartenhäuschen ausgerechnet in dieser Zeit einen solchen Boom erlebten, lohnt sich ein Blick zurück. Zurück auf jene gesellschaftlichen Veränderungen, die bis dato als untrügliche Merkmale der Romantik gelten.

So natürlich wie möglich

Gewöhnliche GartenlaubeNeben der typisch romantischen Hinwendung zur Natur spiegelt sich vor allem die neue Rolle des Waldes in der Erfindung der Gartenlaube wider. Dessen Umdeutung zur Metaphern- und Sehnsuchtslandschaft zog die Umgestaltung zahlreicher Parkanlagen nach sich: Viele der ursprünglich streng symmetrisch angelegten und daher meist sehr künstlich scheinenden Lustgärten wurden zu Beginn der Romantik in naturnahe Landschaftsgärten umgewandelt.

Die bis dato dominierenden Pavillons und Tempelbauten wichen natürlich wirkenden Objekten wie Felssteingrotten oder Miniaturburgen. Die ebenfalls in den Gärten errichteten Häuschen waren den ärmlichen Behausungen von Bauern und Tagelöhnern nachempfunden – eine Gestaltung, die der romantisch geprägten Rückbesinnung auf landeseigene Kulturgüter entsprach.

So spartanisch wie nötig

Um ihre realen Vorbilder möglichst genau widerzugeben, wiesen die Gartenlauben einen nur kleinen Grundriss und eine äußerst spartanische Ausstattung auf. In der Regel dienten sie als abenteuerlich empfundene Picknickplätze oder wurden für kurze Spazierpausen bzw. für aufregende Stelldichein in der Natur genutzt. Längere Aufenthalte waren in den Gartenhäusern nicht vorgesehen – weswegen es dort meist am Grundlegendsten mangelte und alle für die Verweildauer benötigten Utensilien mitgebracht werden mussten.


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